Der Leistungskurs Gemeinschaftskunde der Jahrgangsstufe 1 durfte einen besonderen Gast begrüßen: Markus Epple, Leiter der Wirtschaftsförderung Pforzheim. In einem lebendigen Vortrag gab er spannende Einblicke in seine Arbeit.
Zu Beginn stellte Herr Epple die zentralen Ziele seiner Tätigkeit vor: die Förderung der lokalen Wirtschaft, die Stärkung der Kompetenzbranchen und die Verbesserung des Stadtimages. Dabei betonte er augenzwinkernd, Pforzheim habe „zu Unrecht einen schlechten Ruf“ und sei eigentlich „ziemlich cool“. Ein Satz, der im Kurs für einige Lacher sorgte.
Besonders eindrücklich schilderte er die Herausforderungen der Region. Viele Unternehmen sind Zulieferer der Automobilindustrie, weshalb der aktuelle Transformationsprozess ein Umdenken erfordert. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch das „Hin und Her“ der Politik: Die Wirtschaft könne sich grundsätzlich auf vieles einstellen, brauche jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. Als Beispiel nannte er die Diskussion um das Verbrenner-Aus, bei der klare Entscheidungen oft zu lange auf sich warten ließen.
Als Zukunftsbranchen hob er Medizintechnik, Sicherheit und Defense sowie die in Pforzheim bereits erfolgreiche Kreativwirtschaft hervor. Gleichzeitig erschweren knappe Gewerbeflächen Expansionen und Neuansiedlungen. Auch Vorgaben im Klima- und Tierschutz machen Planungen komplex – etwa wenn Eidechsen zunächst in eigens gebaute „Eidechsenhotels“ umziehen müssen.
Trotz aller Herausforderungen betonte Herr Epple die Bedeutung eines Ausgleichs zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen. Sein Motto „be prepared“ zog sich durch den gesamten Vortrag: vorbereitet sein, Entwicklungen früh erkennen und stets einen Plan in der Tasche haben.
Begegnungen wie diese zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit externen Partnern im Fach Gemeinschaftskunde ist: Sie ermöglichen authentische Einblicke und tragen dazu bei, das Lernen praxisnah zu vertiefen und zu erweitern.
Philipp Müller, 23. März 2026

