Wo sonst über Urteile entschieden und das Grundgesetz ausgelegt wird, saß am 05.02.2026 der Gemeinschaftskunde-Leistungskurs der JS2: In Karlsruhe begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt des Rechtsstaats – direkt an zentralen Orten deutscher Rechtsprechung.
Den Auftakt bildete die Besichtigung des Bundesverfassungsgerichts. Bereits von außen beeindruckte das architektonisch außergewöhnliche Gebäude: viel Glas, klare Linien, Solnhofener Platten, Douglasienholz und die offene Gestaltung nach den Plänen von Paul Baumgärtner stehen sinnbildlich für Transparenz und Offenheit des höchsten deutschen Gerichts. Während einer fachkundigen Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Arbeit des Gerichts. Ein besonderes Highlight war der Sitzungssaal, bekannt aus der „Tagesschau“, mit seinem markanten großen Holzadler.
Aufmerksame Augen entdeckten zudem ein ganz besonderes „Tier“ im Gebäude: das berühmte „Gürteltier“ – können Sie es auf den Fotos entdecken?
Im Anschluss folgte eine rund zweieinhalbstündige Stadtführung mit dem Titel „Recht stadtlich“, durchgeführt von der Stiftung Forum Recht. Trotz winterlicher Kälte bot die Führung viele spannende Einblicke. An verschiedenen Stationen in der Stadt erfuhren die Schülerinnen und Schüler von historischen und aktuellen Ereignissen, die eng mit dem Recht verknüpft sind. So wurde unter anderem vor dem Oberlandesgericht, dem Badischen Landesmuseum sowie der Münzprägeanstalt erläutert, welche rechtlich bedeutsamen Vorgänge sich dort abgespielt haben – vom Juwelenraub, falsche 50er bis hin zu Fragen staatlicher Verantwortung und Strafverfolgung. Auch der Ort der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback durch RAF-Terroristen wurde thematisiert und historisch eingeordnet.
Zum Abschluss wurde der Bundesgerichtshof von außen besichtigt. Seine deutlich geschlossenere Architektur bildet einen bewussten Kontrast zum offenen und transparenten Bau des Bundesverfassungsgerichts und machte erneut deutlich, wie sich unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen der Rechtsprechung auch baulich widerspiegeln.
Am Ende des Tages kehrten alle mit einem vertieften Verständnis des Rechtsstaats und vielen bleibenden Eindrücken aus der „Hauptstadt des Rechts“ zurück – eine Exkursion, die Theorie und Realität auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.
Hanna Gutstein, 05. Februar 2026











