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Ganztagesschule

Gesellschaftlicher Bedarf

Diese Schulform ist Chance und Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen. Die wachsende Zahl von Trennungs- und Schlüsselkindern, die nachmittags oft auf sich alleine gestellt sind, das gesellschaftspolitische Ziel, Frauen die Verbindung von Familie und Beruf zu erleichtern, und der sozialstaatliche Auftrag, soziale Schranken im deutschen Bildungssystem abzubauen und Chancen gerechter zu verteilen, zeigen klar, dass es Ganztagesschulen geben muss, die neben traditionellen Unterrichtsinhalten auch sportliche, musische und andere Interessen oder Aktivitäten aufgreifen und in den Schulalltag integrieren. Die Patentlösung für unser Bildungssystem und für alle Schüler ist die Ganztagesschule aber nicht!

Die Bedingungen müssen stimmen

Öffentliche Schulen haben in aller Regel keine Ganztagestradition und Innenstadtschulen bieten überhaupt nicht die baulichen Voraussetzungen für eine „Campus“-Schule mit Mensa, Freiflächen für vielfältige Aktivitäten oder Stillarbeitsplätzen für Schüler und Lehrer. Gerade auch das THG nicht!

Die Einführung der Ganztagesschule bedeutet letztendlich, dass der bislang private Nachmittags- und Freizeitbereich unter staatliche Aufsicht gestellt wird. Solche grundlegenden Veränderungen können nur als langfristiger Prozess erfolgreich sein und wenn die Bedingungen stimmen!

Einmalige Zuschüsse zu Sachinvestitionen (Schulküche!) sind ebenso wenig ausreichend wie die Auffassung, Ganztagesbetrieb und – betreuung seien auf Dauer von „Freiwilligen“ zu leisten. Wenn Eltern primär auf ein schlüssiges Unterrichts- und Betreuungskonzept im Nachmittagsbereich achten und nicht mehr als erstes fragen, ob und was es zu essen gibt, könnte sich so manches Angebot als Mogelpackung entpuppen.

Wir versuchen Antworten zu geben, die zum THG passen – zu unserem Schulstandort, zu unserem Schulgebäude und zu unseren Schülern! Die Ganztagesschule ist für uns keine Lösung. Dabei geht es nicht vorrangig um das Angebot eines Mittagessens. In unserer Innenstadtlage wäre es für uns nicht schwer, in der Nachbarschaft einen Kooperationspartner zu finden, der diese Leistung für unsere Schüler übernimmt.

Allerdings dürfen wir die möglichen Auswirkungen nicht übersehen: ein Mittagstisch erfordert eine längere Mittagspause. Zwangsläufig wird deshalb aus einer 7. Stunde eine 8. Stunde, d.h. der Unterricht endet zwangsläufig später als bisher – für alle Schüler, auch für diejenigen, die das Mittagsangebot gar nicht wahrnehmen wollen oder die wegen der Verkehrsverbindungen auf ein früheres Unterrichtsende angewiesen sind.

Es sind noch viele andere Aspekte zu berücksichtigen, wie z.B. das Aufsichtsproblem oder ein Essensangebot, das sowohl preislich aber auch ernähungsphysiologisch auf Dauer angenommen wird! Wir werden in den zuständigen Gremien diese Diskussion offen führen. Doch gegenwärtig gehen wir noch einen anderen Weg!

Lösungen am THG

  • Nachmittagsunterricht so viel wie nötig, so wenig wie möglich!
  • Traditioneller Unterrichtsrhythmus mit einer 20-Minuten-Pause und jeweils fünf Minuten Pause zwischen den Einzelstunden.
  • Keine Änderung der Unterrichtszeiten mit Rücksicht auf die Busverbindungen unserer auswärtigen Schüler.
  • Doppelstunden nur in Einzelfällen und Fächern, wo sie nach unseren Erfahrungen sinnvoll sind:
    • viele Doppelstunden machen die Stundenplanung unflexibler und damit schlechter
    • sechs verschiedene Einzelstunden sind für Schüler leichter zu verkraften als drei Doppelstunden, insbesondere in den Fremdsprachen.

Unsere Stundenpläne sind transparent – die Vertretungspläne auch! Schüler und Eltern finden sie im geschützten Bereich unserer Homepage.