HomeWir über unsPositionen des THGSozialstaatsauftrag – Gerechte Chancen und Lernmittelfreiheit

Sozialstaatsauftrag – Gerechte Chancen und Lernmittelfreiheit

Artikel 11 und 14 der Landesverfassung Baden-Württemberg postulieren die Schulgeld- und Lernmittelfreiheit. Jeder Schüler soll ohne Rücksicht auf Herkunft und wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung wahrnehmen können. Gerade in Zeiten öffentlicher Finanznot muss der Kernbestand unserer demokratischen und sozialen Gesellschaft formuliert und bewahrt werden. Wenn ein Ergebnis der PISA-Studien zum Nachdenken zwingt, sind es die sozialen Schranken unseres Bildungssystems, das Kindern aus bildungsfernen Familien und Migrantenkindern nach wie vor deutlich schlechtere Chancen lässt. Der Besuch eines Sonderbotschafters der UNO-Menschenrechtskommission, der die Chancengleichheit in Deutschland untersuchen soll, ist ein Alarmsignal!

Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für sozialen Aufstieg und Sicherheit. Deshalb ist der Sozialstaatsauftrag für das THG keine abstrakte, sondern eine sehr konkrete Verpflichtung. Wir müssen dazu beitragen, die Chancen gerechter zu verteilen. Es zählen Leistung und Engagement eines Schülers, nicht seine soziale Herkunft.

Lernmittelfreiheit

Die Schulgeld- und Lernmittelfreiheit bleiben hohe Güter, die eine moderne, offene Gesellschaft ihren Kindern gewähren muss. Dazu passen zahlungspflichtige Betreuungsangebote an öffentlichen (Ganztages-) Schulen ebenso wenig wie Kaufverpflichtungen für teuere Hilfsmittel wie z.B. den programmierbaren (Taschen-) Rechner im Fach Mathematik.

Aus diesem Grund setzt das THG nur auf den grafikfähigen Taschenrechner (GTR), nicht auf ein Computeralgebrasystem (CAS). Zwar können diese Rechner auch bei uns im Rahmen eines Bonusverfahren zum halben Preis erworben werden (ca. 45 EUR). Selbstverständlich ist es aber genauso möglich, ihn zu leihen.

Ganztagesbetrieb an öffentlichen Schulen bedeutet aus unserer Sicht, dass Betreuungsangebote im Nachmittagsbereich kostenfrei sind. Wenn dafür die Geldmittel fehlen, ist es die ehrlichere Lösung, ganz darauf zu verzichten. Mit halbherzigen Lösungen, die Kinder nachmittags an ihrem bislang privaten Engagement (z.B. Jugendmusikschule, Sportverein) hindert und eine Schule zwingt, die keine adäquaten Angebote machen kann, kommt das deutsche Bildungssystem nicht weiter!

Letztlich geht es uns darum, Entwicklungen wie im anglo-amerikanische Bildungssystem vorzubeugen. Die Ausbildung unserer Kinder auf hohem Niveau ist eine gesellschaftliche Aufgabe und gehört an die öffentlichen Schulen. Wir wollen nicht haben, dass eine gute Schulbildung nur noch an privaten Schulen und zu hohen Kosten zu bekommen ist!

Sozialfonds am THG

Auch am THG gibt es Unternehmungen, die ihren Preis haben und wenigen Schülern vorbehalten bleiben wie z.B. ein Austausch mit den USA oder Argentinien. Aber wir versuchen bei Klassen- und Studienfahrten bedürftige Schüler finanziell zu unterstützen. Es gibt dazu einen Sozialfonds, der aus Gewinnen bei Schulfesten oder SMV-Aktionen gespeist wird und bedürftigen Schülern einen Zuschuss bis zu einem Viertel der Gesamtkosten gewährt.

Förderverein

Unserem Förderverein, der mit inzwischen über 550 Mitgliedern sogar bundesweit zu den mitgliederstärksten Fördervereinen zählt, kommt eine wichtige Rolle zu. Er finanziert zahlreiche pädagogische Zusatzangebote, die in Kooperation mit der VHS Pforzheim oder Beratungsstellen durchgeführt werden. Förderung heißt für uns nicht vorrangig, Geräte zu beschaffen und damit den Schulträger von seiner Verpflichtung zu entlasten. Förderung heißt vielmehr, pädagogische Ziele, Projekte und Engagement zu unterstützen.