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Latein

„Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.“

Theodor Heuss, Namensgeber unserer Schule, erster Bundespräsident

Anders als die modernen Fremdsprachen, bei denen das Reden und Hören im Vordergrund steht, die mündliche Verständigung beispielsweise auf einer Reise ins Ausland, möchte das Fach Latein am Theodor-Heuss-Gymnasium eine Reise anbieten in die bunte Welt der Antike, welche Europa stark geprägt hat. Schrift, Grammatik, Literatur spielen in der Schule allgemein eine große Rolle und besonders im Latein-Unterricht, beruhen sie doch auf lateinischen Wurzeln. Latein führt mitten ins Herz unserer europäischen Bildung und kann somit auf dem Weg zum Abitur einen wesentlichen Beitrag leisten für eine abgerundete, ausgeglichene Allgemeinbildung.

Wir freuen uns, dass Sie sich über Latein informieren möchten, und hoffen, Ihnen auf dieser Seite weiterhelfen zu können.

I. Wozu Latein? Was lernt man, wenn man Latein lernt?
II. Warum liest man heute noch lateinische Texte? Genügt nicht eine gute Übersetzung?
III. Was ist das Besondere an Latein? Wie lernt man Latein?
IV. Was unterscheidet das Fach Latein von den anderen Fremdsprachen?

I. Wozu Latein? Was lernt man, wenn man Latein lernt?

Im Lateinunterricht lernen wir die Sprache und die Welt der alten Römer kennen, wie sie wohnten, was sie anhatten, was sie aßen, wie sie ihre Freizeit genossen, wie sie die Welt sahen. Ihre Sprache wird heute nur noch selten gesprochen, ist aber immer noch wichtig. Warum?

Einmal ist Latein ganz allgemein die geistige Grundlage Europas. Viele Jahrhunderte lang wurde die gesamte Bildung der Antike und des Mittelalters auf Latein weitergegeben, geschrieben, gelesen, besprochen.

Wenn Sie genauer wissen möchten, was Latein außerdem zur Bildung am THG beitragen kann, dann lesen Sie hier weiter:

    Man lernt Lernen, d.h. grundlegende Lerntechniken, z.B. beim Lernen der Vokabeln. Sprachliche Grundlagen werden gelegt …
  • für Grammatik und Logik allgemein
  • dafür, wie Sprache allgemein funktioniert (Wortarten, Satzglieder, Satzarten) zum Erlernen anderer Sprachen (60 % des englischen Wortschatzes lassen sich aus dem Lateinischen ableiten), vor allem auch von romanischen Sprachen
  • zum besseren Verständnis und Formulieren in der deutschen Sprache

II. Warum liest man heute noch lateinische Texte? Genügt nicht eine gute Übersetzung?

Die antiken Schriftsteller reden von zeitlosen Themen wie Bildung, Liebe, Sinn, Gewalt, Humor. Eine Beschäftigung damit kann zu einem Gespräch führen, das Zeit und Raum aufhebt, obwohl Tausende von Kilometern und Jahren zwischen den Gesprächspartnern liegen. Viele der Texte liest man auch deswegen gern, weil sie so schön sind! Solche Meisterwerke (z.B. Vergils römisches National-Epos „Die Äneis“ oder Ovids „Metamorphosen“) haben seit 2000 Jahren die europäische Literatur und Kunst begeistert und beeinflusst.

Eine Übersetzung kann dabei nie das Original ersetzen. Schon im Dialekt gibt es Dinge, die man auf Hochdeutsch nicht genauso sagen kann – in einer fremden Sprache erst recht. Wer selbst übersetzt, muss viel genauer über den Text nachdenken und wird ihn daher besser verstehen. Beim Übersetzen (gerade aus dem Latein) lernt man sehr vieles, was auch für andere Sprachen nützlich ist.

III. Was ist das Besondere an Latein? Wie lernt man Latein?

Latein ist ein Fach, das die Schüler von Anfang an zu systematischem Arbeiten zwingt. Gerade für Schüler, welche die Grundschule mühelos bewältigt haben, ist Latein gewöhnlich das erste Fach, in dem sie wirklich gefordert werden und ernsthaft arbeiten müssen. Je früher ein Schüler diesen Schritt schafft, desto besser ist das für seine gesamte schulische Entwicklung.

Latein fordert und fördert in besonderem Maße die Kompetenz in Fragen der Grammatik. Damit vermittelt es übertragbares Wissen („Kategorienwissen“), das nicht nur allen weiteren Fremdsprachen, sondern auch der Sicherheit in der eigenen Muttersprache zugutekommt. Grammatik und Logik haben viele Berührungspunkte: Im Lateinunterricht kann man strukturiertes und folgerichtiges Denken sehr gut lernen.


IV. Was unterscheidet das Fach Latein von den anderen Fremdsprachen?

Ziel: Lesen, nicht Sprechen – Schriftlichkeit, nicht Mündlichkeit

In der Schule wird Latein nicht gesprochen. Dafür spielt das Nachdenken über die Texte eine größere Rolle als in modernen Sprachen.

Die Kenntnis der Antike erlaubt uns, die eigene Welt aus einer beträchtlichen Distanz zu sehen. Diese neue Perspektive führt zu einem tieferen Verständnis unserer Zeit. Die Beschäftigung mit einer so fernen Welt zeigt, wie relativ die eigenen Maßstäbe sind; so sensibilisiert sie für den Umgang mit fremden Kulturen – und das ist in unserer globalisierten Welt wichtiger denn je...

Einerseits:
Unterrichtssprache ist Deutsch
Nur Her-Übersetzung L ➔D
Keine Diktate/Ausspracheprobleme

Andererseits:
Sehr genaue Textanalyse ist nötig.
Grammatische Arbeit steht im Mittelpunkt.
Kombinatorisches Denken ist erforderlich.
Konzentration ist sehr wichtig.
Man muss Durststrecken durchhalten!
Erst denken, dann übersetzen!

Gerade im Anfangs-Unterricht kommt es besonders an auf Fleiß und Ausdauer beim Lernen und darauf, scheinbar kleine sprachliche Unterschiede wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.

Die Abbildungen illustrieren ein praktisches Beispiel dafür, dass es in Latein auf jeden einzelnen Buchstaben ankommt: oben: Elephantus Marcum portat. Der Elefant trägt Markus.
unten: Elephantum Marcus portat. Markus trägt den Elefanten.