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MENSCHENSKINDER

Ausstellung des Kernfachs Bildende Kunst (12. Klasse) am Dienstag (13.Oktober 2015) und Donnerstag (15. Oktober 2015)

Die Geschichte der Kunst ist die Geschichte der Reflexion des Menschen über sich selbst. Rembrandts gemalte Selbstporträts und Cindy Shermans fotografische Selbstinszenierungen sind derzeit Thema unseres baden-württembergischen Kunst-Abiturs. Auch für den Bildhauer Michelangelo — ebenfalls Abiturthema — und seine von ihm geprägten Nachfolger steht die Darstellung des menschlichen Körpers im Zentrum ihres Schaffens. Im Unterricht begegneten wir Werken dieser Künstler und formten oder malten eigene Arbeiten rund um die Themen „Selbst“ und „Figur“.

In Anlehnung an die aufwändig inszenierten Arbeiten der postmodernen Fotokünstlerin Cindy Sherman entstanden eine Reihe von Fotografien, die sich zwischen Selbstporträt, Selbstnachahmung und Inszenierung als andere Person bewegen. Beim Nachstellen eines eigenen Kinderfotos beispielsweise mussten Ausschnitt, Haltung und Requisiten möglichst exakt kopiert werden. In anderen Aufnahmen ging es um eine Transformation des eigenen Körpers mit Projektionen, Spiegeln oder Schminke. Großformatige Selbstportraits mit starkem Hell-Dunkel Kontrast wurden auf Basis einer Fotovorlage und mit Hilfe der Rasterübertragung auf dunklem Grund gemalt, wie es Rembrandt und manch anderer „Alter Meister“ tat. So unterschiedliche Formen die einzelnen plastischen Arbeiten zum Thema „Menschgewächs“ auch annahmen, allen ist gemein, dass sie botanische Elemente mit menschlichen Körperteilen vereinen und sich in ihnen Abstossendes mit Ästhetischem verquickt. Damit stehen sie in der Tradition Auguste Rodins, der das Fragmentarische zum Kunstwerk erhob und von dem die Äußerung stammt: „Auch das Hässliche ist schön.“

Anne Ehrhardt