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Englische Theater-AG

THE ENGLISH DRAMA GROUP

... is currently hibernating.

 

 

 

former productions:

10th anniversary production
2017 ALEC COPPEL – the gazebo

Leider muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich als Kind zu viel ferngesehen habe. Ein besonderes Highlight meiner Kindheit war der Spielfilm „Hasch mich – ich bin der Mörder“ mit Louis de Funès. So konnte ich vor ein paar Jahren nicht an der DVD vorbeigehen und nenne nun diesen knallbunte Farbspekatkel der Siebziger fast frei von Scham mein Eigen. Zuhause ließ ich alles stehen und liegen und setze mich aufs Sofa, um mit de Funès' charakteristischen kindlichen Ausbrüchen in ebensolchen Erinnerungen zu schwelgen. Allerdings kam ich nicht sehr weit: Im Vorspann las ich, dass die französischste aller französischen Komödien meiner Kindheit die Adaption eines amerikanisches Bühnenstückes sei! Eine fantastische Erkenntnis, denn so ergab sich die Möglichkeit, diese wahnwitzige Geschichte mit meiner Theater-AG zu inszenieren! (Bei meiner Jagd nach dem Text erfuhr ich zudem, dass es noch eine amerikanische Schwarz-Weiß-Verfilmung gibt, die ich bislang noch nicht kenne…)

Das Originalstück von 1957 spielt in der Nähe von New York City: Der Autor Elliott Nash leidet an einer schrecklichen Schreibblockade, unter den Entbehrungen einer ergebnislosen Diät, sowie unter der Langeweile der ländlichen Idylle und wird ganz nebenbei noch erpresst. So überrascht es kaum, dass unser verzweifelter Held das perfekte Verbrechen nicht länger nur auf dem Papier begehen will und eines Nachts zur Waffe greift: Elliott erschießt seinen Erpresser und glaubt, seine größten Herausforderungen seien es, Blutflecken auf dem Teppich zu vermeiden, das Hausmädchen Matilda vom Tatort fernzuhalten und die Leiche zu beseitigen. Wie gut, dass Elliotts Ehefrau Nell das leere Bankkonto für den titelgebenden Pavillion noch weiter geplündert hat und sich im Garten der Nashs ein großes Loch befindet, in dem dieser aufgestellt werden soll!

Als die Polizei jedoch die Leiche des mysteriösen Erpressers in dessen eigener Wohnung entdeckt, stellt sich nicht nur Elliott die Frage, wen er unter dem Pavillion beerdigt hat...

Sollten Sie Ihre Kindheit an der frischen Luft genossen haben und nicht wissen, wie die Geschichte ausgeht, so versprechen doch die vergangenen neun Jahre THG Drama Group unter meiner Leitung ein gehöriges Chaos und zahlreiche Verrücktheiten. Die Rollen sind besetzt, die Proben haben begonnen und ich sehe unserem Jubiläumsjahr mit mehr Begeisterung als jedem Filmspaß mit Monsieur de Funès entgegen!

Tja, vielleicht hat mein Fernsehkonsum sogar noch etwas Gutes: Machen wir also wieder mal Theater – auf das 10-Jährige!

Birgit Heike Knobloch

 

2016 – THG Drama Group proudly – but secretly – presented…

Auch in im Schuljahr 2015/16 war die Englische Theater-AG wieder zu Gast im Kulturhaus Osterfeld und führte vom 12. bis 15. Juli 2016 ein Stück im englischen Original auf.

Die Rechte an unserem Stück werden von Samuel French Ltd. vertreten und unterliegen für Amateurgruppen ausgesprochen strenger Limitierung. Diese wurden nun für eine Inszenierung der THG Drama Group insoweit gelockert, dass wir die Erlaubnis haben, das Stück exklusiv für unsere Schulgemeinschaft aufzuführen! Ein große Ehre für uns und hoffentlich eine große Freude für Sie und Euch!
Deshalb können Karten dieses Jahr nicht über das Kulturhaus Osterfeld, sondern nur über die Theater-AG oder mich erworben werden. Schreiben Sie mir eine Email und / oder sprechen Sie uns an! Kartenbestellungen nehmen wir selbstverständlich gerne entgegen! Zudem ist für Anfang Juli ein Vorverkauf während der großen Pausen im Schulhaus geplant. Es gilt für alle Karten der ermäßigte THG-Preis von 5€.

Aufgrund der komplizierten Rechtesituation dürfen wir auch nur im geschützten Bereich unserer Homepage verraten, um welches beliebte und berühmte Theaterstück einer namhaften (wenn nicht sogar DER namhaftesten??) Krimiautorin es sich handelt.


2015 ROBERT WALKER - MACBETH on the Loose

Im vergangenen Jahr hatte uns das Kulturhaus Osterfeld e.V. eingeladen, es bei den Theaterspielen 2014 zu vertreten und diese mit einem Ausschnitt aus unserer Produktion „Rumors“ von Neil Simon zu eröffnen. Ganz abgesehen von der großen Auszeichnung und dem Vertrauen, das uns unser Bildungspartner entgegenbrachte, bot sich den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der THG Drama Group die fantastische Gelegenheit zu anderen Jugendlichen, die ebenso theaterbegeistert sind, Kontakte zu knüpfen – und für mich bot sich ganz nebenbei die Möglichkeit zur internationalen Konkurrenzbeobachtung. Zugegeben, es wäre lächerlich, würde ich an dieser Stelle versuchen, eine neutrale Haltung vorzutäuschen – was meine TheaterAG betrifft, bin ich hoffnungslos voreingenommen. Und das ist gut so!

Eine Aufführung möchte ich aber dennoch besonders hervorheben: das Ensemble 99 aus Rastatt begeisterte uns alle mit einer zauberhaften „Romeo und Julia“ - Inszenierung. Meine Begeisterung zog jedoch nicht nur den hochverdienten Applaus nach sich, sondern es gesellte sich ein grummeliges und brummeliges „Will-Auch“ zu meinem frenetischen Applaus . Das Grummeln und Brummeln legte sich rasch, das „Auch! Auch! Auch!“ blieb und wurde lauter.

Shakespeare zu spielen gehört für jede Theatergruppe früher oder später zum guten Ton, Shakespeare zu verehren gehört für jeden Anglisten praktisch zur Studienvoraussetzung, aber wie steht es mit Shakespeare und einer englischen TheaterAG?

Zumindest mich bringt das immer wieder in eine Zwickmühle: Ein gutes Stück bei Shakespeare zu finden, gelingt mir ohne Weiteres, meiner TheaterAG das frühneuzeitliche Englisch ans Herz zu legen, traue ich mir an guten Tagen auch zu – aber darf ich meinem Publikum das elisabethanische England nicht nur vor Augen führen, sondern auch zwei Stunden lang um die Ohren hauen? Das erscheint mir doch sehr viel verlangt... und schreit deshalb nach einem Kompromiss: Shakespeare auf deutsch spielen stieß auf Widerspruch in meiner AG, eine moderne englische Übersetzung wäre eine Möglichkeit, eine andere aber auch das Mischen von Originaltext und modernem Englisch.

Vor fünf Jahren hatte ich schon einmal versucht, mich dieser heiklen Aufgabe zu stellen und mit „The Complete Works of William Shakespeare (Abridged)“ von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield meine AG an nur einem Abend (bzw. halben Vormittag) durch sämtliche Stücke Shakespeares jagen lassen. Das Stück mischte Shakespeares Originaltext mit modernem Englisch, den hoffentlich schülerfreundlichen Kompromiss, den wir auch in diesem Jahr mit Robert Walkers „Macbeth on the Loose“ eingehen wollen. Aber kein Grund nervös zu werden, dieses Jahr gehen wir es ganz geruhsam an: Nur zwei Stücke pro Aufführung bzw. strenggenommen eigentlich nur ein Metadrama.

„Macbeth on the Loose“ ist das erste Jugendstück, das die THG Drama Group aufführt und es erzählt die Geschichte der TheaterAG an der britischen Grantham High School, deren aktuelles Projekt sein wird, Shakespeares Tragödie „Macbeth“ auf die Bühne zu bringen.

„Zauberhaft“ist das „schottische Stück“ nun gerade nicht, aber ganz ohne Zauber kommt weder „Macbeth“ noch „Macbeth on the Loose“ aus: Die drei Damen in der Cafeteria brauen nicht nur Tee, sondern lesen statt im Kaffeesatz, typisch britisch in den Teeblättern. Die Prophezeiungen sind aber nicht minder verführerisch für Edward, der seinen Freund Nigel eigentlich nur deshalb zur TheaterAG begleitet, weil es da viele hübsche Mädchen gebe: „You're going to do very well. People will compare you to the greats. Prepare for stardom, young man!“ So angestachelt will sich Edward natürlich nicht mit einer Nebenrolle zufrieden geben!

Edward verguckt sich prompt in die schöne Alexis und schon stecken wir mittendrin im Probengeschehen. Während sie die Rolle der Lady Macbeth ergattert, soll Edward aber „nur“ Malcolm spielen. Da Alexis nicht den Milchbubi Timothy küssen will, schmiedet das ehrgeizige Pärchen Pläne, wie Edward doch noch die Titelrolle ergattern könnte. Die Mahnung der Hexen – ähhh, Damen „Beware, beware he who has red hair!“ überhört er jedoch... Auch wenn die beiden nicht über Leichen gehen, weisen Edwards Ränke beängstigend viele Ähnlichkeiten mit der Machenschaften Macbeths auf, den schottischen Thron zu besteigen.

Im Namen meiner TheaterAG möchte ich Sie und Euch ganz herzlich am
Dienstag, den 14. Juli 2015, um 20 Uhr
Mittwoch, den 15. Juli 2015, um 10.30 Uhr
Donnerstag, den 16. Juli 2015, um 10.30 Uhr
sowie Freitag, den 17. Juli 2015, um 10.30 Uhr und um 20 Uhr
zu unserem Zwei-in-eins – Stück ins Kulturhaus Osterfeld einladen.

Wir freuen uns auf Ihr und Euer Kommen!!

2014 NEIL SIMON - rumors

Der 10. Hochzeitstag von Charlie und Myra Brock hatte ein ganz besonderer Abend werden sollen: einzigartig, außergewöhnlich und unvergesslich. Und das wurde er auch – nur eben ganz und gar nicht so, wie es sich Gastgeber und Gäste vorgestellt hatten. Charlie Brock, Stellvertretender Bürgermeister von New York City, lädt seine besten Freunde zu einer eleganten Feier ein. Leider ist er nicht in der Lage, seine Gäste zu empfangen, was ihm nachzusehen ist, da er blutüberströmt im Schlafzimmer liegt: Er hat sich ins Ohr geschossen. Seine Frau ist verschwunden. Und seine Gäste sind mehr als ratlos!
Um Charlies politische Karriere zu beschützen (und auch die eigenen nicht zu gefährden), beschließen seine Freunde, den Vorfall zunächst geheim zu halten, was ihnen aber gehörig misslingt. Durch bizarre Erklärungsversuche, warum die Gastgeber durch Abwesenheit glänzen und auf dem Buffet gähnende Leere herrscht, wächst das Misstrauen unter den übrigen Gästen und schnell wissen alle vom verletzten Ehemann und der vermissten Ehefrau – d.h. strenggenommen „wissen“ sie nichts, es bleibt ihnen also nur wilde Vermutungen anzustellen und noch wildere Gerüchte zu verbreiten.
Und die Gerüchteküche brodelt ohnehin schon gewaltig in der besseren Gesellschaft von New York City: Zwischen exklusivem Tennisclub und zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen ist das Verbreiten von Gerüchten schon lange der liebste Zeitvertreib der High Society!
Hat Myra ihren Ehemann betrogen? Hat er daraufhin versucht, sich das Leben zu nehmen? Oder hat Charlie Myra betrogen? Vielleicht hat auch gar nicht Charlie geschossen, sondern Myra? Wollte sie sich rächen? Vielleicht gibt es aber auch noch weitere Affären? Bei welchem Paar kriselt es eigentlich nicht? Und wer sind überhaupt diese neuen Club-Mitglieder, die nicht einmal Tennis spielen, sondern nur Gerüchte verbreiten??
Als nach einem zweiten Schuss auch noch die Polizei vor der Tür steht, nimmt das Chaos erst richtig seinen Lauf...

„Rumors“ (dt. Gerüchte, Gerüchte) ist eine grandiose Komödie des amerikanischen Autors Neil Simon (*1927). Auch die Presse zeigte sich begeistert von Simons erster Farce: "Neil Simon makes people laugh - a lot!" (USA Today). Das Stück selbst will nicht bilden oder mit philosophischen Inhalten belehren – und was die New York Times über das Stück schrieb, gilt auch für die THG Drama Group, die dieses Stück als Projekt für 2014 gewählt hat: "Has nothing on its mind except making the audience laugh." Hoffen wir, dass es uns gelingt!

2014 wird übrigens ein ganz besonderes Jahr für die THG Drama Group:
Das Kulturhaus Osterfeld hat uns eingeladen, an den Internationalen Theaterspielen 2014 teilzunehmen!
Für uns bedeutet das nicht nur eine spannende Herausforderung, sondern auch die wundervolle Möglichkeit, junge Menschen aus verschiedenen Ländern kennenzulernen, die unsere Begeisterung für das Theater teilen.
Für Sie bedeutet es, dass Sie uns schon im Mai 2014 sehen können, wenn wir im Wettbewerb mit dem ersten Akt eine kleine Kostprobe von „Rumors“ geben! Das komplette Stück führen wir im Juli 2014 wie gewohnt im Kulturhaus Osterfeld (Studio) auf.

 

2013 LARRY SHUE– The Nerd

Es mag der Eindruck entstehen, dass mir nach fünf Jahren THG Drama Group die Ideen ausgehen, ich könnte aber auch versuchen, unsere Stück- bzw. Autorenwahl als eine Rückkehr zu unseren Wurzeln (oder besser noch als Reminiszenz an selbige?) zu verkaufen, ich will aber einfach ehrlich sein: Larry Shue ist der Autor des mit Abstand unterhaltsamsten und witzigsten Theaterstücks, das ich kenne. Warum sollen wir sein Talent dauerhaft ignorieren, nur weil ich „THE FOREIGNER“ bereits in meinem ersten Jahr mit der Englischen TheaterAG inszeniert habe? So wende ich mich in diesem Jahr begeistert einer zweiten Komödie Shues zu: „THE NERD“ und hoffe Sie und Euch mit meinem Enthusiasmus anzustecken. Bei meiner TheaterAG ist es mir schon gelungen.

„THE NERD“ heißt eigentlich Rick Steadman und man sollte ihn nicht despektierlich behandeln, denn er ist ein wahrer Held: Er rettete vor vielen Jahren Willum Cubbert bei einem Kriegseinsatz das Leben und erscheint nun überraschend auf Williums Geburtstagstagsfeier. Rick wird sofort zum Mittelpunkt der bislang eher öden Party, die nicht nur unter einem übergroßen Aufgebot an Nudelsalat leidet. Leider gelingt es Rick aber in Windeseile den gutmütigen und geduldigen Willum in den Wahnsinn zu treiben. Wie sagt man nun ausgerechnet dem Menschen, dem man das eigene Leben verdankt, er möge sich zum Teufel scheren – idealerweise ohne dessen Gefühle zu verletzen? Ein Dilemma, das es im Juli 2013 für die THG Drama Group zu lösen gilt und zu dem wir Sie und Euch schon jetzt herzlichst einladen möchten.

Ich fühle mich an dieser offiziellen Stelle immer in der Pflicht, die pädagogisch wertvolle Botschaft des Stückes in den Blickpunkt zu rücken und übergehe darum all die verrückten Partyspiele, verwegenen musikalischen Einlagen, wertvollen Erziehungsratschläge und Beruhigungstechniken, sowie bizarren Ritualtänze gegen „Werschweine“, die das Stück beinhaltet. Selbst die leise Romanze, die sich am Rande dieser slapstick-reichen Farce abspielt, würdige ich keines Wortes.

Die zauberhafte Tansy wirft zu Beginn des Stückes eine Frage auf, die, wie ich meine, Beachtung verdient: „I asked if you'd ever done an anonymous favor [...]. You said, 'An anonymous favor? Well – what would be in it for me?'“ Fassen wir uns doch alle mal an die eigene Nase: Würden wir jemandem einen Gefallen tun, auch wenn die Person niemals etwas davon erfahren würde? Sind wir eiskalt, berechnend oder schlechte Menschen, wenn wir darauf hoffen, dass aus einem Gefallen auch einmal für uns etwas „herausspringt“? Oder macht es uns zu besseren Freunden, wenn wir im Geheimen helfen? Vielleicht können wir auch darauf im nächsten Sommer eine Antwort geben.

Keinesfalls anonym bleiben soll meine TheaterAG, deren großes und großartiges Engagement im hektischen Schulalltag bisweilen untergeht:
Antonia, Celine, Franziska, Jessica, Lena, Mareike, Navika, Philipp, Renate, Saskia und Sebastian, ich danke Euch für unsere wöchentlichen Treffen und die Schwerstarbeit, die ihr leistet, wenn ich lapidar verlange: „Belustigt mich!“.

Was bei den Aufführungen am Ende – hoffentlich – ganz leicht und einfach aussieht, bedeutet für meine AG intensives Textlernen und viele Stunden Probenarbeit, die nachmittags und in der „heißen“ Phase zudem noch am Wochenende stattfinden. Ein ganz großes Lob und herzliches Dankeschön, dass Ihr Euch in unserer Schule einbringt und das Schulleben bereichert! Ich freue mich sehr auf das kommende Halbjahr und die Probenarbeit mit Euch!!


2012 AGATHA CHRISTIE – and then there were none

Agatha Christie, die englische „Queen of Crime”, braucht eigentlich keine Einführung – und doch will ich mich daran versuchen. Christie schuf zahlreiche großartige Kriminalromane und -stücke. Wikipedia spricht von 66 Romanen, 23 Theaterstücken, zwei Autobiographien, zahlreichen Kurzgeschichten und mehreren Lyriksammlungen. Ihre Werke wurden als Hörspiele (fünf), Kinofilme (22), Fernsehfilme (76), Zeichentrickfilme (19) und inzwischen sogar als Computerspiele adaptiert. Ich habe das nicht nachgezählt. Ihr Stück „The Mousetrap” wird seit 1958 im Guinness-Buch der Rekorde als „longest running play” geführt. Seit Königin Elizabeth II. den englischen Thorn bestieg, und das ist mittlerweile 60 Jahre her, wird es aufgeführt. Die letzten 35 Jahre war es mehrmals wöchentlich im St. Martin's Theatre im Londoner West End zu sehen und ein Ende der Aufführungen ist – aus gutem Grund – genauso wenig in Sicht wie das Ende der Regentschaft der Queen. (Und ich wage zu behaupten, Letzteres tritt früher ein.)

Dennoch hat sich die englische Theater-AG ausgerechnet gegen dieses Stück entschieden – und zwar aus einem schrecklich profanen, geradezu ernüchternden Grund: „AND THEN THERE WERE NONE” bietet mehr Rollen für unsere 15-köpfige Arbeitsgemeinschaft! Natürlich war das bei Weitem nicht der einzige Grund für unsere Entscheidung.

Zehn sehr unterschiedliche Personen folgen der Einladung des mysteriösen Mr Owen in sein Haus auf eine kleine Insel vor der englischen Küste. Die Stimmung schlägt schnell um, als der Gastgeber jeden Anwesenden eines Verbrechens bezichtigt, und die Gäste feststellen müssen, dass es von der Insel kein Entrinnen gibt. Christies Krimi ist spannend und unterhaltsam, bietet neben ernsten Themen wie Schuld und Strafe ebenso Raum für lustige Momente, kleine Flirts und Reibereien zwischen den Gästen, vielleicht sogar für eine Romanze...

Und nicht zuletzt gibt es (wieder einmal) viele Leichen, denn gemäß dem Kinderreim „Ten Little Soldier Boys“ sterben die Gäste einer nach dem anderen.

 

 

 


2011 BEN ELTON – popcorn

Der Brite Ben Elton begann seine Karriere als Stand-up – Comedian und gehört in seinem Heimatland spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit Rowan Atkinson ("Mr Bean") bei der Serie "Blackadder" zu den beliebtesten Drehbuchautoren und Schriftstellern. In Deutschland ist er leider nur wenig bekannt, höchstens durch seine Mitarbeit am Queen-Musical "We Will Rock You" ist sein Name dem Einen oder Anderen geläufig. Dabei besticht Elton seit über zwanzig Jahren in seinen Romanen durch brillante Gesellschaftskritik, er schreibt über unsere Umwelt, Mobbing, Drogenkonsum, die Finanzkrise und in besonderem Maße übt er Medienkritik.

Das besondere an Elton ist, er belehrt nicht, sondern schafft extreme Figuren in extremen Situationen, die aber letztlich alle ihren Ursprung in unserem alltäglichen Leben haben:
Er zeigt uns eine Welt in der vor laufenden Kameras in einem "Big Brother" – Haus ein Mord geschieht – und die Sendung läuft weiter! Er erklärt uns die dubiosen, aber publikumswirksamen Methoden bei Musik-Castingshows, die die Kandidaten entwürdigen – und selbst vor einem Mitglied des Königshaus nicht Halt machen...
Er führt uns eine Zukunft vor Augen, in der es als anti-sozial betrachtet und geahndet wird, nicht jedes intime Detail unseres Lebens öffentlich und für alle sichtbar ins Internet zu stellen.

Die Situation in POPCORN ist vielleicht nicht direkt aus unserem Leben gegriffen, aber trotzdem kommen uns die Bilder nur allzu bekannt vor: Sie sind blutig, gewaltsam, brutal – solche Bilder holen wir uns freiwillig jeden Tag ins Haus und betrachten sie meist als Unterhaltung.

Der Hollywood-Regisseur Bruce Delamitri wurde für den Oscar nominiert, obwohl sein Werk für Gewaltverherrlichung und obszöne Sexszenen in der Kritik steht. Leider erhält er nicht wirklich die Gelegenheit, seine Auszeichnung mit seiner neuen Eroberung, dem Playboymodell Brooke Daniels, gebührend zu feiern, da er in seinem eigenen Haus Geisel genommen wird. Zwei junge Kriminelle, Wayne Hudson und Scout, haben sich Delamitris Filmhelden zum Vorbild genommen: Sie ziehen raubend und mordernd durch die Vereingten Staaten, überfallen Banken, bestehlen oder erschießen wahllos Menschen, die ihren Weg kreuzen, ganz wie sie es ihr Leben lang im Fernsehen oder im Kino gesehen haben – so wie wir?

Wayne und Scout fürchten nun die Todesstrafe und sehen in Bruce ihre letzte Chance, dieser noch zu entrinnen: Eigentlich tragen sie ja gar nicht die Schuld an ihren Verbrechen, eigentlich dürfen sie für ihre Taten nicht bestraft werden, eigentlich trägt doch Bruce Delamitri mit seinen Filmen die Verantwortung – alles was fehlt, ist das Eingeständnis des Oscar-Gewinners... Aber auch der Regisseur tut sich schwer, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen: Er schafft durch seine Filme keine neue Gewalt, als Künstler bildet er nur die Realität ab.

Und so wirft Ben Elton mit viel schwarzem Humor wesentliche Fragen auf: Woher kommt die allgegenwärtige Gewalt? Tragen Filmschaffende daran die Schuld? Oder leben wir vielleicht einfach in einer Spirale der Gewalt, aus der es kein Entrinnen gibt? Wer übernimmt für sein Handeln überhaupt noch Verantwortung?
Elton packt das alles in gewaltsame Bilder – Schießereien, abgetrennte Körperteile, Blut, viel Blut und Sex – und die dazugehörende gewaltsame Sprache und uns wird bewusst, wie alltäglich das für uns längst geworden ist...

 


2010 ADAM LONG, DANIEL SINGER & JESS WINFIELD – the complete works of william shakespeare (abridged)

Unsere Zeit wird bekanntermaßen immer schnelllebiger, nicht nur Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern leiden unter Stress und Zeitdruck, auch alle anderen leidenschaftlichen Theaterbesucher/innen erleben dies tagtäglich. Wie soll man also dem Werk des englischen Dichters in irgendeiner Weise gerecht werden? Folgen wir der gängigen Zählweise ,hat Shakespeare 37 Stücke verfasst; mit einer durchschnittlichen Aufführungsdauer von zweieinhalb Stunden , hieße das drei Tage, 20 Stunden und 30 Minuten Theater. Ein geradezu unmögliches Unterfangen!

Dieses Problem haben drei Amerikaner bereits in den achtziger Jahren erkannt und Abhilfe geschaffen. Es ist ihnen gelungen, das gesamte dramatische Werk Shakespeares in 97 Minuten auf die Bühne zu bringen. 1987 wurde The Complete Works of Shakespeare (abriged) von Daniel Singer, Jess Winfield und Adam Long erstmals aufgeführt. Seither wird das Stück von zahlreichen Gruppen weltweit gespielt, allein im Londoner West End war es zehn Jahre lang zu sehen und begeisterte unzählige Shakespeareliebhaber, -experten und -neulinge ebenso wie -hasser, die so ein schulbedingtes Trauma überwinden konnten. Wenn auch manchmal Ehrfurcht und Respekt vor dem Mann aus Stratford auf der Strecke bleiben, die Liebe zum Theater sicher nicht. So viel an dieser Stelle zum „Was“ und „Warum“.

 

2009 PETER SHAFFER – black comedy

Hier ist der Titel ganz Programm:

Ein junger Künstler (Robert Soppa) versucht den Vater seiner Verlobten (Wiebke Goldhorn) zu beeindrucken, indem er das eine oder andere seiner Werke an einen kunstbegeisterten Millionär (Julia Kautenburger) verkauft. Das könnte eigentlich ganz einfach sein, wenn der Schwiegervater in spe (Maximilian Dörr) kein angsteinflößender General wäre, die spröde Nachbarin (Melissa Micol) nicht ihre ersten Erfahrungen mit dem Alkohol machen würde, der Nachbar (Saskia Strobel), dessen komplette Einrichtung man „ausgeliehen“ hat, früher aus dem Urlaub zurückkehren würde, die Ex-Freundin (Anna Dao) in der Tür stünde und man nicht in absoluter Finsternis agieren müsse, weil er Strom ausgefallen ist und der Handwerker (Buket Turan) natürlich auf sich warten lässt...

Shaffers Farce eignet sich ab Klasse 9, durch die Situationskomik im Stück können aber auch jüngere Schülerinnen und Schüler sicher viel Spaß haben.

 

2008 LARRY SHUE – the foreigner

Vor fast ausverkauftem Saal spielte die Theater-AG im letzten Juli an drei Abenden das Theaterstück “The Foreigner” im Kulturhaus Osterfeld. Insgesamt ein Duzend Schüler und Schülerinnen der Klassen 8 bis 11 arbeiteten ein Schuljahr hart daran, das lustige Stück von Larry Shue zum Leben zu bringen – nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Souffleuse, als Kostümbildnerin, in der Technik und an vielen anderen Stellen hinter den Kulissen.

Der Brite Charlie Baker (Robert Soppa), ein ungewöhnlich schüchterner Mann, hat sich damit abgefunden langweilig zu sein, keine Ausstrahlung zu haben und Menschen im Allgemeinen, seine Ehefrau im Besonderen, nicht mit seiner Persönlichkeit begeistern zu können. Seine Angst mit anderen Menschen zu sprechen ist so groß, dass er versucht, sich vor der Welt zu verstecken. Doch das erweist sich als ausgesprochen schwierig in Bettys (Audrey Pace) Pension!

Um nun das Gespräch mit anderen Gästen (Juliette Hoffmann und Friederike Hartwein) und der geschwätzigen Betty zu vermeiden, gibt Charlies Freund Froggie (Sarah Radajewski) ihn als Ausländer aus, der kein Wort Englisch spricht oder versteht. Doch im tiefen Süden der USA ist das vielleicht keine so gute Idee, denn manche von Bettys Gästen und deren Freunde (Max Dörr, Isabella Rosato, Sina Ertelt, Simon Kern, Sharin Müllendorff und Buket Turan) können Ausländer bis auf den Tod nicht ausstehen und sind darüber hinaus zu Gewalt nur zu gerne bereit...

Trotz des ernsthaften Themas ist Shues Stück eine brillante Komödie voller Situationskomik und wichtiger Lektionen, nicht nur was die englische Sprache betrifft!

Ich möchte an dieser Stelle nochmals allen “meinen AG-lern” von Herzen danken, für drei grandiose Abende, ein tolles Jahr – und dass sie ganz am Ende endlich auf mich gehört haben und unsere Souffleuse (Wiebke Goldhorn) arbeitslos gemacht haben!!

B. Knobloch